Gefahrenstoffe

Asbest

Bedeutung und Vorkommen

Als Sammelbezeichnung für verschiedene, natürlich vorkommende, faserförmige Silikat-Minerale gibt es Asbest in den unterschiedlichsten Ausführungen. Die Vorteile des früher als „Wunderfaser“ bezeichneten Asbests sind: eine große Festigkeit, gute Hitze- und Säurebeständigkeit, hervorragende Isoliereigenschaften und Verarbeitungsmöglichkeiten. Als die Gefährdung für den Menschen durch Asbest noch nicht bekannt war, wurde es überall in der er Werftindustrie für die Schifffahrt, in der Isolationsindustrie, der Bauindustrie und der Autoreifenindustrie eingesetzt. Heute ist der Einsatz von Asbest in vielen Ländern verboten.


Gesundheitsschädigende Eigenschaften

Die faserige Struktur des Asbests ermöglicht zwar zum einen seine vorteilhaften Eigenschaften, bringt aber gleichzeitig ein enormes Gefährdungspotenzial für die Gesundheit mit sich. Die kleinen Fasern des Asbests können sich im Laufe der Zeit, besonders aber beim Bearbeiten des Stoffes, lösen und vom Menschen eingeatmet werden. Da die Fasern so klein sind, erkennt sie der menschliche Körper nicht immer als Fremdkörper, wodurch das Material bis zur Lunge und noch weiter gelangen und sich dort ablagern kann. Bereits 1970 wurde Asbest offiziell als karzinogen, also krebserregend eingestuft.


Beispiele für den Einsatz von Asbest

Auch heute findet man Asbest noch in vielen alten Bauteilen. Nachfolgend einige Beispiele:

  • Asbestzement bei Dacheindeckungen und Außenwandverkleidungen
  • Asbestplatten hinter Öfen in älteren Holzgebäuden
  • Asbest in älteren Elektrogeräten (Bügeleisen, Nachtspeicheröfen, Toaster, Elektrogrill, Fön, Kohlebogenlampen, Thermoelemente, NH- und HH-Sicherungen, Röhrenrundfunkempfänger und anderes)
  • Asbest als Bestandteil von alten Fußbodenbelägen aus Kunststoff

Künstliche Mineralfasern (KMF)

Bedeutung und Vorkommen

Mit KMF werden verschiedene amorphe silikatische Fasern bezeichnet. Zu Ihnen gehören die Mineralwollfasern (Stein-, Schlacken- und Glaswolle), textile Glasfasern, Keramikfasern und Fasern für Spezialzwecke. Die Vorteile der KMF sind: eine gute Wärmedämmwirkung, hohe Hitzebeständigkeit, das Material ist nicht entflammbar, relativ gute Beständigkeit gegenüber Wasser und Chemikalien. Besonders häufig werden Künstliche Mineralfasern in der Bauindustrie zum Wärme- und Schallschutz eingesetzt.


Gesundheitsschädigende Eigenschaften

Wie der Name schon sagt, werden die Fasern künstlich hergestellt. Während Ihrer Verarbeitung und des Gebrauchs brechen die Fasern quer und werden dadurch immer kürzer. Es entsteht ein nichtfasriger Staub, der durch Einatmen aufgenommen werden kann. Je nach Art der Faser kann dieser Staub krebserzeugend sein. Bei Hautkontakt können KMF einen Juckreiz auslösen. Die Einstufung der KMF bezüglich ihrer Karzinogenität erfolgt in drei Stufen, wobei die Stoffe der Stufe 3 nicht krebserzeugend sind.

Beispiele für den Einsatz von Künstlichen Mineralfasern

  • Zum Wärme- und Schallschutz in Innenwänden, Akustikdecken, Fußböden, Außenfassaden
  • Zur Wärmedämmung in Rollladenkästen
  • Im Brandschutz (z.B. beim Fassadenbau)

Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)

Bedeutung und Vorkommen

Mit den PAK beschreibt man eine Stoffgruppe von organischen Verbindungen. Sie können in den verschiedensten Varianten auftreten, so dass mittlerweile über 100 verschiedene Verbindungen bekannt sind. Überwiegend sind es neutrale, unpolare Feststoffe mit einer geringen Wasserlöslichkeit, von denen viele nachweislich krebserregend sind. Als natürlicher Bestandteil von Kohle und Erdöl, treten PAK in den aus diesen Stoffen gewonnenen Materialien auf. Besonders hoch ist ihre Konzentration im Teer, weswegen der Einsatz von Teer im Straßenbau und z.B. als Teerpappe seit 1970 verboten ist. Geringere Konzentrationen von PAK findet man in Otto- und Dieselkraftstoffen, Heizöl, Tabakrauch oder auch gebratenem Fleisch.


Gesundheitsschädigende Eigenschaften

PAK werden überwiegend bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern in die Luft freigesetzt. Sie lagern sich auf dem und im Boden ab und gelangen so auch ins Grundwasser. Der Mensch nimmt die Stoffe somit unausweichlich über die Nahrung, das Trinkwasser und beim Atmen auf. Auch über die Haut ist eine Aufnahme möglich. Generell lässt sich sagen, je höher die Konzentration der PAK ist, desto gefährlicher sind sie für den Menschen. Sie entfetten die Haut, können Hornhautschädigungen hervorrufen und zu Hautentzündungen führen. Außerdem reizen sie die Augen, Atemwege und den Verdauungstrakt. Am gefährlichsten sind jedoch die PAK, die nachweislich eine krebserregende Wirkung haben.


Beispiele für den Einsatz von Polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen

  • Bitumenkleber z.B. zum Verkleben von Parkett
  • Teerpappe und teerhaltige Beschichtungen wie z.B. Dachpappe, Rohrleitungsisolierungen oder Holz-Imprägnierungen
  • Teergebundener Asphalt
  • In aus Kohle oder Erdöl gewonnenen Stoffen, bei denen PAK durch Verbrennung freigesetzt wird, z.B. Autoabgase, Zigarettenrauch oder offenes Feuer
  • Bitumenlacke, -lösungen oder –emulsionen im Bautenschutz

Polychlorierte Biphenyle (PCB)

Bedeutung und Vorkommen

Die als PCB bezeichneten chemischen Chlorverbindungen sind giftig und krebsauslösend. Es sind gelbliche, in reiner Form fast geruchlose Flüssigkeiten, die hitze- und säurebeständig, schwer entflammbar, elektrisch nicht leitend und nicht wasserlöslich sind. Bis in die 1980er Jahre wurden sie weltweit häufig als Hydraulikflüssigkeit oder als Weichmacher in Lacken, Dichtungsmassen oder Kunststoffen verwendet. Bis heute findet man PCB, da es biologisch kaum abbaubar ist, auf der ganzen Erde in der Atmosphäre, den Gewässern und im Boden. Mittlerweile zählen PCB zu den zwölf als „Dreckiges Dutzend“ bekannten organischen Giftstoffen, die im Jahr 2001 durch die Stockholmer Konvention weltweit verboten wurden.


Gesundheitsschädigende Eigenschaften

Die toxische Wirkung von PCB ist meist nicht akut sondern chronisch. Symptome sind Haarausfall, Chlorakne, Hyperpigmentierung, Leberschäden, Schädigung des Immunsystems oder auch die Verzögerung der körperlichen und geistigen Entwicklung. Vermutet wird auch eine Auswirkung auf die Fruchtbarkeit bei Männern und andere hormonell bedingte Erkrankungen. Außerdem steht PCB im Verdacht, krebserregend zu sein.
Das PCB kann über die Nahrung oder die Haut aufgenommen werden und lagert sich im Fettgewebe des Menschen ab, wo es eigentlich nicht mehr abgebaut werden kann. Geräte mit PCB müssen unter strengen Sicherheitsvorschriften als Sondermüll entsorgt werden, da bei einem Austreten des Stoffes die gesamte Umgebung kontaminiert ist.


Beispiele für den Einsatz von PCB

In neueren Geräten wird kein PCB mehr verbaut, in folgenden Geräten älteren Baujahrs kann aber durchaus noch PCB enthalten sein:

  • Kondensatoren
  • Leuchtstofflampen-Leuchten
  • Waschmaschinen, Wäscheschleudern
  • Geräte mit Kondensatormotor
  • Industrielle Anlagen zur Blindstromkompensation
  • Als Weichmacher in Lacken, Dichtungsmassen, Isoliermitteln oder Kunststoffen

Pentachlorphenol (PCP)

Bedeutung und Vorkommen

Pentachlorphenol ist ein chlorierter, aromatischer Kohlenwasserstoff, der aufgrund seiner fungiziden Wirkung vor allem in Holzschutzmitteln verwendet wurde. Der Stoff ist ein geruchloser, nadelförmiger, weißer Feststoff, der ein starkes Gift für Mikroorganismen darstellt. Seine Produktion wurde nach Bekanntwerden der toxikologischen Wirkung für die Umwelt stark eingeschränkt, heute wird PCB nur noch in manchen Ländern in der Textil- und Lederindustrie verwendet. Durch seine Wasserlöslichkeit und die geringe biologische Abbaubarkeit wird es aber noch lange in der Umwelt nachweisbar sein. Nachgewiesen werden kann PCB durch verschiedene Analysemöglichkeiten. Wird eine Belastung festgestellt, müssen die betroffenen Stellen abgetragen oder versiegelt werden.


Gesundheitsschädigende Eigenschaften

PCB kann sowohl über die Schleimhäute, die Atmung als auch über die Haut aufgenommen werden. Für Mikroorganismen ist es tödlich, bei Menschen können Hautreizungen, Akne, Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen, Konzentrationsschwächen, Muskel- und Gliederschmerzen, Leberfunktionsstörungen, Depressionen, Gewichtsabnahme, Haarausfall oder auch chronische Bronchitis ausgelöst werden. Bei der Aufnahme von PCB über Jahre entsteht das so genannte „Holzschutzmittelsyndrom“, welches sich durch chronische Ermüdung und Erschöpfung des Betroffenen äußert. Auch eine krebserregende Wirkung ist nicht ganz auszuschließen.

Beispiele für den Einsatz von PCP

  • In Holzschutzmitteln auf Türen, Balken, Wandverkleidungen, Fenstern, Möbeln etc.
  • Auf Textilien wie z.B. bei Ledersofas oder Zelten
  • In Schmierölen, Farben und Lacken

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